Mut zur Veränderung: Warum ich mein Studium abgebrochen habe

Wenn ich etwas beginne, dann ziehe ich es auch durch und beende es. Normalerweise. Dieses Jahr habe ich mein Masterstudium abgebrochen. Obwohl ich nur noch wenige Semester vor mir und sehr gute Noten im Einserbereich hatte.

Brina Le sitzt auf der Bank

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Nach dem Abi wollte ich „irgendwas mit Bio oder Sprachen“ studieren. So wirklich einen Plan was ich später machen wollte, hatte ich aber nicht. Bio und Englisch waren meine Lieblingsfächer in der Schule – also war es naheliegend, dass ich auch ein Studium in dem Bereich anfangen würde. Schon in den letzten Zügen meines Bachelors hatte ich keine Lust mehr auf Uni. Vor allem wusste ich immer noch nicht, was ich überhaupt mit diesem Studium anfangen sollte. Trotzdem ließ ich die Vernunft entscheiden und bewarb mich nach meinem Bachelorabschluss für einen Master in einem ähnlichen Fach. Von Anfang an fühlte ich mich nicht sehr wohl mit dieser Entscheidung. Ich hatte keinen Spaß an den Inhalten die vermittelt wurden und es war eine Qual für mich zu den Vorlesungen zu gehen. Ich hatte mir für meine (berufliche) Zukunft etwas ganz anderes vorgestellt. In den letzten Jahren kristallisierte es sich immer mehr raus, dass ich in eine komplett andere Richtung gehen will. Mir machte das Studium also nicht nur keinen Spaß, ich sah es auch als völlig sinnlos an, da ich mir sowieso nie in diesem Bereich einen Job suchen würde.

Die Angst vor der Veränderung

Bequemlichkeit und Angst halten uns oft davon ab die Dinge zu tun, die wir eigentlich wollen. Sehr vieles sprach schon vor mehr als einem Jahr dafür, meine Situation zu ändern. Ich war unzufrieden und wusste, dass es mir mit einem anderen Bereich besser gehen würde. Trotzdem waren da Zweifel: „Ich bin niemand, der ein Studium einfach abbricht“ oder „wer weiß, ob etwas anderes wirklich besser ist“. Es hat einige Monate gedauert, bis ich mich tatsächlich dazu aufraffen konnte, wirklich etwas an meiner Situation zu verändern.

Natürlich weiß man nicht im Voraus, ob mit Veränderung wirklich alles besser wird. Wenn man aber aus Angst vor Veränderung gar nichts anders macht, seine Probleme ignoriert und weiterhin unglücklich in seinem Trott lebt, dann kann auch nichts besser werden.

Unglücklich sein ist keine Lösung

Lebenssituationen die euch belasten, eure Energie und Fröhlichkeit rauben solltet ihr anpacken. Ich weiß, man hat eventuell viel Zeit und Energie in seine jetzige Situation investiert und hat somit Gefühl, mit einer Veränderung schmeißt man das bisher erarbeitete einfach weg. Hier solltet ihr euch eingestehen, dass ihr gerade in einer Sackgasse seid und dass Veränderung nichts schlimmes ist.

  1. Seid ehrlich zu euch selbst

Werdet euch klar darüber was genau euch stört, was eure Träume und Ziele sind und ob ihr diese in eurer jetzigen Situation erreichen könnt. Ist dies nicht der Fall, gesteht euch ein, dass eine Veränderung notwendig und sinnvoll ist.

  1. Hört nur auf euch selbst

„Willst du wirklich abbrechen? Dann war doch alles umsonst“ – wie oft durfte ich mir diesen Satz anhören. Diese Sätze und Ratschläge von Freunden und Verwandten sind zwar nicht böse gemeint, können euch aber am Vorrankommen hindern. Lasst euch von so etwas nicht beeinflussen. Es ist euer Leben und ihr wisst am besten, was ihr mit eurer Zukunft anfangen wollt.

  1. Geht kleine Schritte

Egal was ihr in eurem Leben verändert wollt: Es muss nicht immer gleich von 0 auf 100 gehen. Wenn die notwendigen Veränderungen in unserem Leben zu groß erscheinen, sind wir oft überfordert. Geht die Veränderung in kleinen Schritten an. In meinem Fall habe ich zum Beispiel nicht gleich das Studium abgebrochen, sondern erst einmal ein Praktikum in einem anderen Bereich gemacht, während ich gleichzeitig noch in dem Studiengang eingeschrieben war.

Bei mir hat sich die Veränderung gelohnt. Ich habe nach meinem Praktikum einen Job angeboten bekommen und mache jetzt endlich etwas, was mir Spaß macht. Den Studienabbruch bereue ich nicht und ich empfehle jedem der mit seinem Beruf, Studium oder einer sonstigen Lebenssituation unglücklich ist genau über seine Wünsche nachzudenken und gegebenenfalls etwas zu verändern.

Denkt daran, ihr habt euer Leben selbst in der Hand und ihr seid dafür verantwortlich, dass ihr glücklich seid.

P.S.: Ich möchte hier niemanden dazu animieren, seine Ausbildung, Studium etc. einfach hin zu schmeißen. In jedem Beruf und in jedem Studiengang gibt es Dinge, die einem vielleicht nicht so viel Spaß machen oder nerven. Das ist normal. Wenn ihr aber über Monate hinweg merkt, dass ihr einfach unzfrieden mit eurer Tätigkeiten seid und euch die Situation vielleicht sogar schon auf die Psyche schlägt, dann solltet ihr auf jeden Fall über eine Alternative nachdenken.

 

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12 Kommentare

  1. Dezember 18, 2016 / 4:44 pm

    Hallo Brina, ich kann es voll nachvollziehen. Ich studiere nebenher an der Fernuni Hagen, damit ich Blog und mein Coaching unter einen Hut bringen kann und selbst das ist mir schon oft zu viel. Wenn man den Kopf nicht frei hat und nicht zu 100% für die eine Sache brennt dann sollte man es vertagen. Und du kannst ja auch in ein paar Jahren weiter studieren. Viel Erfolg auf deinem Weg. LG, Cathi von fit-weltweit.de – Ich kenne dich von Instagram 🙂

    • BrinaLe
      Dezember 19, 2016 / 8:12 pm

      Da hast du Recht! Wobei ich in dem Fachbereich wohl nie wieder etwas studieren werde lg

  2. Caro
    Dezember 18, 2016 / 9:54 pm

    Ich finde, dass diese Entscheidung mega mutig ist. Ich selber werde auch etwas abbrechen, um etwas neues zu starten und ich freue mich wirklich drauf. Es ist schön zu sehen, dass man mit solchen Gefühlen nicht alleine ist. Dir wünsche ich weiterhin viel Spaß, Glück und Erfolg.

    • BrinaLe
      Dezember 19, 2016 / 8:11 pm

      Danke dir 🙂 Dann wünsche ich dir auch viel Erfolg bei dem was du stattdessen machen wirst ! Lg

  3. Dezember 19, 2016 / 7:16 am

    Hallo,

    ein schöner, wirklich tiefgründiger Artikel. Und ja, so eine Entscheidung erfordert Mut. Aber wenn man im Leben glücklich werden will, muss man manchmal den geraden Weg verlassen. Und „umsonst“ war nie etwas …
    Alles Gute für die Zukunft!
    Lisa

    • BrinaLe
      Dezember 19, 2016 / 8:10 pm

      Vielen Dank!! Da hast du Recht! Und ich bin wirklich absolut glücklich mit der Entscheidung. Lg

  4. Januar 4, 2017 / 7:13 pm

    Das ist wirklich ein toller Beitrag, schön dass du uns an deinen Gedanken teilnehmen lässt! Ich sehe es genauso wie du. Manchmal ist ein Abbruch eben das beste in solch einer Situation. Sehr viele von meinen Freunden ging es ähnlich (auch mit Bio!) diese haben sich auch für einen Abbruch entschieden und ich glaube ,dass war das beste das ihnen passieren konnte 🙂
    Ich freue mich, dass du jetzt auch endlich das gefunden hast was dir Spaß macht!

    • BrinaLe
      Januar 4, 2017 / 7:41 pm

      Hallo Anja, vielen Danke 🙂 ich kenne auch echt viele die Bio abgebrochen haben Die Jobaussichten sind damit auch einfach nicht so dolle :/ Lg

  5. Krissi
    Juni 3, 2017 / 11:41 am

    Toller Artikel. Du hast wirklich das auf Papier gebracht, was seit den letzten Monaten in meinem Kopf herumschwirrt. Habe mich dazu entschlossen, mein Bacherlorstudium nach dem zweiten Semester zu beenden und zu wechseln. Da hilft einem dieser Artikel wirklich sehr. Einfach schön zu lesen, dass man nicht die einzige in dieser Situation ist und das auch andere mit den Problemen, die so eine Entscheidung bringt, zu kämpfen haben. ♡

    • BrinaLe
      Juni 3, 2017 / 3:48 pm

      Es gibt wirklich so viele Leute, die das gleiche „Problem“ haben. Habe mich mit vielen Bekannten unterhalten, denen es genauso ging. Ich bin froh, wenn ich dir mit dem Post helfen konnte und bin mir sicher, dass du die Richtige Entscheidung für dich treffen wirst. LG Brina

  6. Juni 26, 2017 / 4:57 pm

    Ich kann es gut verstehen und ich möchte dich ermutigen! Ich habe es auch gemacht, als ich einfach gemerkt habe, dass mein Weg einfach woanders hin gehen soll. Ich habe es nie bereut. Der Weg, den man geht, ist immer der Beste… Liebe Grüße von Bettina

    • BrinaLe
      Juni 29, 2017 / 2:48 pm

      Danke für deinen Kommentar! Ich habe es ja letztendlich auch getan und bin super zufrieden damit 🙂 LG

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